Lohnt sich Bausparen 2026? Für wen ja, für wen nicht

Ob sich ein Bausparvertrag lohnt, hängt von Zeitplan, späterem Marktzins und Förderung ab. Mit ehrlichen Kriterien, Rechenbeispiel und Kostenüberblick.

Bausparen lohnt sich 2026 vor allem dann, wenn du in einigen Jahren sicher bauen, kaufen oder modernisieren willst und dir heute schon einen festen Darlehenszins sichern möchtest. Ein klassischer Darlehenstarif lohnt sich als reines Sparen dagegen kaum: Sein Guthabenzins ist niedrig, die Abschlussgebühr kostet Geld. Wer vor allem sparen will, schaut auf Spartarife mit höherem, oft variablem Guthabenzins. Ob die Rechnung für dich aufgeht, hängt von drei Dingen ab – deinem Zeitplan, dem späteren Marktzins und der staatlichen Förderung, die du mitnehmen kannst.

Aktuell: Der BGH hat das Jahresentgelt bei Riester-Bausparverträgen gekippt (Urteil vom 28.07.2026, XI ZR 83/25). So holst du dir das Geld zurück – mit Musterbrief: zum Ratgeber

Kurz erklärt:

  • Ein Bausparvertrag ist in erster Linie eine Zinssicherung für ein späteres Darlehen – keine Renditeanlage.
  • Er rechnet sich, wenn der Marktzins bei Auszahlung deutlich über dem Bauspar-Darlehenszins liegt. Im Beispiel unten liegt die Schwelle bei rund 3,2 %.
  • Förderung (Wohnungsbauprämie, Arbeitnehmersparzulage, Wohn-Riester) kann die Kosten ausgleichen – aber nur, wenn du die Voraussetzungen erfüllst.
  • Die Abschlussgebühr ist rechtlich zulässig (BGH, 07.12.2010, XI ZR 3/10) und fällt auch an, wenn du das Darlehen nie nutzt.

Lohnt sich ein Bausparvertrag 2026?

Icon mit ausgeglichener Waage: Haus auf der einen, Münze auf der anderen Seite, als Symbol für das Abwägen ob sich Bausparen lohnt

Ein Bausparvertrag hat zwei Phasen: In der Sparphase bekommst du wenig Zinsen, dafür erwirbst du das Recht auf ein Darlehen zu einem Zins, der schon bei Vertragsabschluss feststeht. Die Stiftung Warentest beschreibt die Guthabenzinsen vieler Tarife als „Mikrozinsen“ und nennt eine Abschlussgebühr von meist 1,0 bis 1,6 % der Bausparsumme (Stiftung Warentest, Stand 01.09.2026). Du zahlst also in der Sparphase drauf – und holst das nur zurück, wenn du das Darlehen später tatsächlich brauchst und der Marktzins dann höher liegt.

Daraus folgt eine einfache Faustregel: Je sicherer dein Vorhaben und je größer dein Wunsch nach Planbarkeit, desto eher passt ein Bausparvertrag. Je unklarer der Plan, desto eher bist du mit Tagesgeld oder Festgeld flexibler. Welche Stärken der Bausparvertrag im Einzelnen hat, liest du im Beitrag zu den Vorteilen des Bausparens – hier geht es um die Frage, wann diese Vorteile bei dir tatsächlich greifen.

Grafik zum Beitrag: Lohnt sich Bausparen 2026? Für wen ja, für wen nicht
Grafik zum Beitrag: Lohnt sich Bausparen 2026? Für wen ja, für wen nicht

Für wen lohnt sich Bausparen?

  • Du planst eine Immobilie in etwa 5 bis 10 Jahren. Dann hat der Vertrag genug Zeit, zuteilungsreif zu werden, und du sicherst dir den Darlehenszins für einen Zeitpunkt, den heute niemand vorhersagen kann.
  • Du willst eine bestehende Finanzierung absichern. Läuft deine Zinsbindung erst in vielen Jahren aus, kann ein Bausparvertrag einen Teil der Restschuld zu festem Zins ablösen.
  • Du planst Modernisierungen. Bauspardarlehen bis 50.000 € dürfen ohne Grundschuld vergeben werden (§ 12 Bausparkassen-Verordnung; Stiftung Warentest, Stand 01.09.2026). Für Dach, Heizung oder Fenster ist das oft unkompliziert.
  • Du bekommst Förderung. Liegt dein zu versteuerndes Einkommen unter den Grenzen für Wohnungsbauprämie oder Arbeitnehmersparzulage, verbessert das die Rechnung spürbar.
  • Du brauchst Spardisziplin. Eine feste Monatsrate mit einem klaren Ziel hilft vielen beim Eigenkapitalaufbau für die Immobilie.

Für wen lohnt sich Bausparen eher nicht?

  • Du willst nur Geld anlegen. Als Anlage verliert der Bausparvertrag meist gegen Tagesgeld oder Festgeld. Wie du die tatsächliche Rendite deines Vertrags ermittelst, zeigt der Beitrag Rendite berechnen.
  • Du kaufst in weniger als zwei, drei Jahren. Bis dahin ist ein neuer Vertrag in aller Regel nicht zuteilungsreif. Du zahlst die Gebühr, ohne die Zinssicherung zu nutzen.
  • Du bist unsicher, ob du überhaupt kaufst oder baust. Ohne wohnwirtschaftliche Verwendung bleibt vom Vertrag oft nur ein niedrig verzinstes Guthaben – und Förderungen können entfallen.
  • Die Bausparsumme ist viel zu groß gewählt. Die Abschlussgebühr richtet sich nach der Bausparsumme, nicht nach deinem Guthaben. Eine „Reserve-Summe“ kostet also Geld.
Waage aus Holz mit einem kleinen Haus auf der einen und Münzen auf der anderen Seite
Waage aus Holz mit einem kleinen Haus auf der einen und Münzen auf der anderen Seite

Ab welchem Marktzins rechnet sich ein Bausparvertrag?

Die folgende Rechnung ist ein Beispiel mit angenommenen Zinssätzen, gerundet. Sie zeigt das Prinzip, keine Angebote. Annahmen: Bausparsumme 50.000 €, Abschlussgebühr 1,0 % (500 €), Sparrate 250 € im Monat über 7 Jahre, Guthabenzins 0,10 %, Bauspar-Darlehenszins 2,0 %, Tilgungsrate 300 € im Monat. Als Alternative sparst du dieselbe Rate auf ein Tagesgeldkonto mit angenommen 2,0 %.

  • Sparphase: Im Bausparvertrag stehen nach 7 Jahren rund 20.570 € (nach Abzug der Gebühr, etwa 41 % der Bausparsumme). Auf dem Tagesgeld wären es rund 22.520 €. Der Bausparvertrag „kostet“ dich also rund 1.950 € gegenüber der Alternative.
  • Darlehensphase: Du brauchst noch rund 29.430 €. Beim Bauspardarlehen zu 2,0 % zahlst du bei 300 € Rate rund 2.730 € Zinsen.
Marktzins bei Auszahlung (Annahme) Zinsen für 29.430 € bei 300 € Rate Ersparnis durchs Bauspardarlehen Ergebnis nach Abzug der 1.950 €
3,0 % rund 4.380 € rund 1.650 € rund −300 €
4,0 % rund 6.270 € rund 3.540 € rund +1.590 €
5,0 % rund 8.480 € rund 5.750 € rund +3.800 €

Beispielrechnung, gerundet, monatliche Verzinsung, ohne Steuern, ohne weitere Entgelte und ohne Förderung. Stand: 27. September 2026.

Die Schwelle liegt in diesem Beispiel bei einem Marktzins von etwa 3,2 %. Darunter wäre das Tagesgeld besser gewesen, darüber gewinnt der Bausparvertrag. Zwei Dinge verschieben die Rechnung zugunsten des Bausparens: Förderung (siehe unten) und die Tatsache, dass Tagesgeldzinsen schwanken und steuerpflichtig sein können. Gegen den Bausparvertrag spricht dagegen, wenn der Darlehenszins deines Tarifs höher liegt oder weitere Kosten anfallen. Wie Guthaben- und Darlehenszins im Tarif zueinander stehen, hängt stark vom einzelnen Tarif ab.

Weiterlesen: Abschlussgebühr beim Bausparvertrag · Bausparkassen-Gebühren zurückfordern · Das Bausparkassengesetz einfach erklärt · Mit Bausparen Eigenkapital aufbauen

Rechnet sich ein Bausparvertrag für deinen Plan? Mit deinem Zeitplan, deinem Einkommen und der gewünschten Summe lässt sich das konkret durchrechnen. Ein Berater aus unserem Netzwerk schaut es sich kostenlos an.

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Wie stark verändert die Förderung die Rechnung?

Staatliche Zuschüsse machen aus einem knappen Ergebnis häufig ein positives. Die drei wichtigsten Bausteine:

Förderung Höhe Einkommensgrenze (zu versteuerndes Einkommen)
Wohnungsbauprämie 10 % auf bis zu 700 € (Paare 1.400 €) im Jahr, also bis 70 € bzw. 140 € 35.000 € / 70.000 €
Arbeitnehmersparzulage 9 % auf bis zu 470 € vermögenswirksame Leistungen im Jahr, also bis 42,30 € (Quelle: Freie Hansestadt Bremen, Stand 09/2026) 40.000 € / 80.000 €
Wohn-Riester Altersvorsorgezulagen; ab 2027 neues Fördersystem keine Einkommensgrenze, aber Zulageberechtigung nötig

Quellen: Verbraucherzentrale (Stand 10.11.2025), Bundesfinanzministerium, Bundesregierung (Stand 01.06.2026).

Die Wohnungsbauprämie gibt es auf eigene Sparbeiträge. Sie wird in der Regel erst nach 7 Jahren oder bei wohnwirtschaftlicher Verwendung ausgezahlt. Die Arbeitnehmersparzulage gibt es auf vermögenswirksame Leistungen, die du in den Bausparvertrag lenkst. Dieselben Beiträge werden nicht doppelt gefördert – laut Verbraucherzentrale ist eine Doppelförderung derselben Beiträge ausgeschlossen.

Beim Riester-Bausparen ist 2026 ein Umbruchjahr: Mit dem Altersvorsorgereformgesetz (BGBl. I 2026 Nr. 156) gilt ab 2027 eine neue Zulagensystematik. Die Bundesregierung nennt 50 Cent Zulage je gespartem Euro bis 360 € Eigenbeitrag, darüber 25 Cent bis 1.800 € sowie bis zu 300 € Kinderzulage je Kind (Stand 01.06.2026). Wie die neuen Regeln für Bausparverträge im Detail umgesetzt werden, solltest du vor einem Abschluss prüfen lassen. Außerdem hat der BGH am 28.07.2026 (XI ZR 83/25) Jahresentgelte für die Führung von Riester-Bausparverträgen für unwirksam erklärt.

Welche Kosten musst du einrechnen?

  • Abschlussgebühr: meist 1,0 bis 1,6 % der Bausparsumme (Stiftung Warentest, Stand 01.09.2026). Der BGH hat eine Abschlussgebühr von 1 % der Bausparsumme für wirksam erklärt – auch wenn du das Darlehen später nicht in Anspruch nimmst (Urteil vom 07.12.2010, XI ZR 3/10).
  • Jahresentgelte: Ein pauschales Jahresentgelt in der Ansparphase hat der BGH für unwirksam erklärt (Urteil vom 15.11.2022, XI ZR 551/21). Prüfe deine Vertragsunterlagen trotzdem auf weitere Entgelte.
  • Entgangene Zinsen: Der größte Kostenblock ist oft unsichtbar – die Differenz zwischen Guthabenzins und dem, was du anderswo bekommen hättest.

Wie prüfst du, ob sich Bausparen für dich lohnt?

  1. Zeitpunkt klären: Wann brauchst du das Geld – und wie sicher ist das Vorhaben?
  2. Bausparsumme passend wählen: Nur so groß, wie du das Darlehen realistisch brauchst.
  3. Förderanspruch prüfen: Liegst du unter den Einkommensgrenzen? Bekommst du vermögenswirksame Leistungen?
  4. Schwelle rechnen: Ab welchem Marktzins lohnt sich dein konkreter Tarif?
  5. Alternative danebenlegen: Tagesgeld, Festgeld oder – bei langem Horizont – eine andere Form der Vorsorge. Wer Bausparen vor allem fürs Alter nutzen will, findet Hinweise im Beitrag Bausparen als Altersvorsorge.

Was hat sich 2026 beim Bausparen verändert?

2026 haben sich vor allem drei Dinge bewegt: Die Bauzinsen liegen bei rund 4 %, die Altersvorsorgereform ab 2027 ist beschlossen, und der Bundesgerichtshof hat Jahresentgelte bei Riester-Bausparverträgen gekippt. Für die Frage, ob sich Bausparen lohnt, ist der erste Punkt der wichtigste.

Zinsumfeld: Bauzinsen über der typischen Bauspar-Schwelle

Wohnungsbaukredite an private Haushalte kosteten im August 2026 im Neugeschäft im Schnitt 4,05 % effektiven Jahreszins einschließlich Kosten. Bei 5 bis 10 Jahren anfänglicher Zinsbindung waren es 3,81 %, bei mehr als 10 Jahren 4,04 % (Quelle: Deutsche Bundesbank, MFI-Zinsstatistik, Stand 08/2026, veröffentlicht 10/2026). Im Mai 2026 lag der Gesamtwert noch bei 3,99 % (gleiche Quelle). Die Zinsen sind also leicht gestiegen, aber nicht sprunghaft.

Zum Vergleich: In der Übersicht der privaten Bausparkassen reichen die gebundenen Sollzinsen für Bauspardarlehen von 0,45 % bis 3,75 % (Quelle: Verband der Privaten Bausparkassen, Tarife der privaten Bausparkassen, Übersicht 2026, Stand je Tarif unterschiedlich). Je weiter der Marktzins über dem Darlehenszins deines Tarifs liegt, desto eher gleicht der Zinsvorteil die Abschlussgebühr und den niedrigen Guthabenzins aus. Wie sich die Zinsen weiterentwickeln, kann niemand sicher sagen. Mehr dazu findest du unter Zinsentwicklung.

Altersvorsorgereform ab 2027

Das Altersvorsorgereformgesetz tritt am 1. Januar 2027 in Kraft (Quelle: Schwäbisch Hall, Altersvorsorgereformgesetz, Stand 2026; Verkündung im Bundesgesetzblatt am 29.05.2026). Die Grundzulage steigt dann auf bis zu 540 € pro Jahr, die Kinderzulage auf bis zu 300 € pro Kind (gleiche Quelle). Die Eigenheimrente, also das geförderte Bausparen für die selbst genutzte Immobilie, bleibt erhalten. Bestehende Riester-Bausparverträge und Verträge, die bis 31.12.2026 bestätigt werden, behalten die bisherige Förderung; ein Wechsel ins neue System ist freiwillig (gleiche Quelle). Wir informieren hier nur über die Rechtslage. Details zur Kombination findest du unter Riester und Bausparen.

BGH-Urteil zum Riester-Jahresentgelt

Mit Urteil vom 28.07.2026 (Az. XI ZR 83/25) hat der Bundesgerichtshof Klauseln einer Landesbank für unwirksam erklärt, nach denen bei Riester-Bausparverträgen ein Jahresentgelt von 15 € bzw. 24 € fällig wurde (Quelle: BGH, Urteil XI ZR 83/25, Stand 07/2026). Die Klauseln benachteiligen Verbraucher nach § 307 BGB unangemessen. Wenn du einen Riester-Bausparvertrag hast, lohnt ein Blick in deine Kontoauszüge: Riester-Jahresentgelt zurückfordern.

Welche Tarifvariante passt zu welchem Ziel?

Die Tarifvariante entscheidest du nach deinem Ziel: Willst du sicher ein günstiges Darlehen, passt ein Darlehenstarif; willst du vor allem sparen und das Darlehen nur als Option, passt eher ein Spartarif. Viele Bausparkassen bieten innerhalb eines Tarifs mehrere Varianten an, die sich bei Guthabenzins, Darlehenszins, Gebühr und Tilgung unterscheiden.

Die Bandbreite ist groß: Die festen Guthabenzinsen in der Verbandsübersicht liegen zwischen 0,01 % und 1,20 %, die Abschlussgebühren zwischen 1,0 % und 1,6 % der Bausparsumme, das Mindestsparguthaben bei Regelzuteilung zwischen 30 % und 50 % (Quelle: Verband der Privaten Bausparkassen, Tarife der privaten Bausparkassen, Übersicht 2026, Stand je Tarif unterschiedlich). Die Grundregel: Wer beim Sparen mehr Zinsen bekommt, zahlt später meist mehr für das Darlehen, und umgekehrt.

Variante Guthabenzins Darlehenszins Typischer Einsatz
Spar- oder Renditevariante eher höher eher höher Sparen mit Förderung, Darlehen offen
Standard- oder Klassikvariante mittel mittel Plan noch nicht fest, beide Wege offen halten
Darlehens- oder Finanzierungsvariante sehr niedrig (teils 0,01 %) eher niedrig Kauf, Modernisierung oder Anschlussfinanzierung konkret geplant
Schnellspar- oder Kompaktvariante meist niedrig meist niedrig Zuteilung soll früh kommen, hohe Sparrate möglich

Typische Merkmale, Einordnung der Redaktion auf Basis der Tarifübersicht des Verbands der Privaten Bausparkassen; konkrete Werte stehen in den Tarifbedingungen der jeweiligen Bausparkasse. Stand 10/2026.

Prüfe bei jeder Variante auch die Tilgungsrate nach der Zuteilung. Darlehensvarianten verlangen oft eine höhere Monatsrate, weil das Darlehen schneller zurückgezahlt wird. Einen Überblick über Varianten und Kosten findest du unter Tarifvarianten und Kosten.

Lohnen sich zwei Bausparverträge – einer zum Sparen, einer fürs Darlehen?

Oft ja. Statt einen Vertrag für alles zu nehmen, kannst du die Aufgaben auf zwei Verträge verteilen:

  • Darlehensvertrag: niedriger Guthabenzins, dafür ein günstiger und fester Darlehenszins. Seine Bausparsumme richtet sich nach dem Teil der späteren Finanzierung, den du absichern willst.
  • Sparvertrag: höherer Guthabenzins, je nach Tarif variabel und an einem Marktzins wie der Umlaufsrendite ausgerichtet. Ein Sonderzins kann entfallen, wenn du in den ersten Jahren kündigst – das steht in den Tarifbedingungen. Das Darlehen musst du hier nicht nutzen – nach der Zuteilung lässt du dir das Guthaben auszahlen und setzt es als Eigenkapital ein.

Worauf du achten solltest: Jeder Vertrag hat seine eigene Abschlussgebühr, deshalb sollte keiner größer sein als nötig. Die Wohnungsbauprämie gibt es insgesamt nur auf bis zu 700 Euro Einzahlung im Jahr, bei Ehepaaren 1.400 Euro (Quelle: WoPG, Stand 2026) – egal, auf wie viele Verträge du verteilst. Und beide Verträge brauchen bis zur Zuteilung ihre Mindestsparleistung.

Ein variabler Guthabenzins kann steigen oder sinken; wie sich die Zinsen entwickeln, kann niemand sicher vorhersagen. Welche Aufteilung zu deinem Vorhaben passt, hängt von deinem Zeitplan und deiner Förderung ab – das lässt sich in einer unverbindlichen Beratung durchrechnen.

Wie lange dauert es bis zur Zuteilung?

Bis zur Zuteilung vergehen bei üblichen Sparraten meist mehrere Jahre; einen festen Termin darf dir die Bausparkasse bei Vertragsabschluss nicht zusagen, das verbietet das Bausparkassengesetz (Quelle: Sparkasse.de, Bausparen und Zuteilung, Stand 10/2026). Entscheidend sind drei Voraussetzungen.

  • Mindestsparguthaben: Je nach Tarif musst du 30 % bis 50 % der Bausparsumme angespart haben (Quelle: Verband der Privaten Bausparkassen, Übersicht 2026).
  • Mindestbewertungszahl: Die Bewertungszahl misst, wie viel und wie lange du gespart hast. Erst wenn sie den Mindestwert deines Tarifs erreicht, kommt dein Vertrag für die Zuteilung infrage. Die Berechnung unterscheidet sich je nach Bausparkasse.
  • Mindestlaufzeit: Manche Tarife verlangen zusätzlich, dass seit Vertragsbeginn eine bestimmte Zeit vergangen ist. Das steht in den Allgemeinen Bedingungen für Bausparverträge.

Beispiel: Bei 50.000 € Bausparsumme, 40 % Mindestsparguthaben und einem Regelsparbeitrag von 5 ‰ der Bausparsumme (250 € im Monat) brauchst du rechnerisch 80 Monate, also 6 Jahre und 8 Monate, bis 20.000 € zusammen sind. Wird eine Abschlussgebühr von 1,6 % (800 €) mit den ersten Raten verrechnet, kommen gut 3 Monate dazu; Guthabenzinsen verkürzen die Zeit leicht (Berechnung der Redaktion). Mit Sonderzahlungen geht es schneller.

Wie die Kennzahl genau funktioniert und wo du sie findest, erklären wir unter Bewertungszahl und Zuteilung.

Bausparvertrag oder Forward-Darlehen: Was ist besser zur Zinssicherung?

Für eine Anschlussfinanzierung in bis zu fünf Jahren ist ein Forward-Darlehen meist der einfachere Weg; liegt der Termin weiter in der Zukunft oder willst du die Restschuld bis dahin selbst verringern, kann ein Bausparvertrag besser passen. Beide sichern einen Zins für später, funktionieren aber unterschiedlich.

Ein Forward-Darlehen kannst du laut Stiftung Warentest zwei, drei oder fünf Jahre vor Ablauf der Zinsbindung abschließen; die Banken verlangen dafür einen Zinsaufschlag (Quelle: Stiftung Warentest, Pressemitteilung Anschlussfinanzierung, Stand 04/2022). Du zahlst bis zum Starttermin nichts, musst das Darlehen dann aber abnehmen. Der Zins gilt für die volle Restschuld.

Beim Bausparvertrag sparst du bis zur Zuteilung selbst einen Teil der Restschuld an und sicherst dir für den Rest den Darlehenszins deines Tarifs. Dafür zahlst du die Abschlussgebühr und bekommst auf das Guthaben meist nur niedrige Zinsen. Der Zeitpunkt der Zuteilung ist nicht garantiert, deshalb solltest du mit Puffer planen. Sondertilgungen sind bei Bauspardarlehen in der Regel möglich; prüfe das in deinen Tarifbedingungen und unter Sondertilgung.

Merkmal Forward-Darlehen Bausparvertrag
Vorlauf bis etwa 5 Jahre mehrere Jahre, je nach Sparrate
Laufende Zahlungen bis zum Start keine monatliche Sparrate
Kosten für die Zinssicherung Zinsaufschlag Abschlussgebühr, niedriger Guthabenzins
Termin sicher? ja, fest vereinbart nein, Zuteilung hängt vom Kollektiv ab
Restschuld beim Start volle Restschuld verringert um das Bausparguthaben

Gegenüberstellung der Redaktion auf Basis von Stiftung Warentest (04/2022) und Sparkasse.de; Stand 10/2026.

Welche Lösung für deine Restschuld und deinen Termin passt, zeigt dir Zinssicherung für die Anschlussfinanzierung.

Lohnt sich Bausparen für Paare, Familien und Selbstständige?

Für alle drei Gruppen kann sich Bausparen lohnen, wenn ein Wohnvorhaben in Sicht ist; der Unterschied liegt vor allem in der Förderung. Paare und Familien bekommen mehr staatliche Zuschüsse, Selbstständige haben weniger Fördertöpfe, aber ab 2027 neue Möglichkeiten.

Paare

Verheiratete und eingetragene Lebenspartner bekommen die Wohnungsbauprämie auf bis zu 1.400 € Sparleistung im Jahr, also maximal 140 € Prämie, wenn ihr zu versteuerndes Einkommen höchstens 70.000 € beträgt (Quelle: Schwäbisch Hall, Wohnungsbauprämie, Stand 01/2026). Ob ihr einen gemeinsamen Vertrag oder zwei einzelne führt, hängt davon ab, wie flexibel ihr bleiben wollt. Hinweise zum Aufteilen und Zusammenlegen findest du unter Bausparvertrag erhöhen, teilen, zusammenlegen.

Familien

Kinder können ab 16 Jahren selbst Wohnungsbauprämie bekommen (Quelle: Schwäbisch Hall, Wohnungsbauprämie, Stand 01/2026). Bei Riester-Bausparverträgen gibt es Kinderzulagen, ab 2027 bis zu 300 € pro Kind und Jahr, gleich welches Geburtsjahr (Quelle: Schwäbisch Hall, Altersvorsorgereformgesetz, Stand 2026). Was Familien beachten sollten, steht unter Förderung mit Kindern.

Selbstständige

Arbeitnehmersparzulage und vermögenswirksame Leistungen gibt es nur für Arbeitnehmer; die Wohnungsbauprämie können Selbstständige dagegen nutzen, wenn ihr zu versteuerndes Einkommen höchstens 35.000 € (Alleinstehende) beträgt (Quelle: 5. VermBG; Schwäbisch Hall, Wohnungsbauprämie, Stand 01/2026). Ab 2027 werden Selbstständige auch in die geförderte private Altersvorsorge einbezogen (Quelle: Schwäbisch Hall, Altersvorsorgereformgesetz, Stand 2026). Ein fester Darlehenszins kann bei schwankendem Einkommen Planungssicherheit geben. Mehr dazu unter Bausparen für Selbstständige.

Welche Bausparsumme ist für dein Vorhaben sinnvoll?

Die Bausparsumme sollte ungefähr dem Betrag entsprechen, den du für dein Vorhaben aus Guthaben und Bauspardarlehen zusammen brauchst. Denn bei Zuteilung bekommst du dein Guthaben plus das Darlehen, zusammen also die Bausparsumme. Ist sie zu hoch, zahlst du unnötig Abschlussgebühr; ist sie zu niedrig, fehlt dir später Geld.

Vorhaben (Beispiel) Beispielkosten Beispiel-Bausparsumme Regelsparbeitrag bei 5 ‰
Heizung oder Fenster erneuern 25.000 € 25.000 € 125 € im Monat
Größere Modernisierung (Bad, Dach) 50.000 € 50.000 € 250 € im Monat
Eigenkapital für den Kauf ergänzen 70.000 € 70.000 € 350 € im Monat
Restschuld für die Anschlussfinanzierung absichern 100.000 € 100.000 € 500 € im Monat

Beispielwerte und Berechnung der Redaktion; Kosten sind Annahmen, keine Marktpreise. Der Regelsparbeitrag liegt je nach Tarif darüber oder darunter. Stand 10/2026.

Rechne außerdem die Abschlussgebühr mit: Bei 1,6 % kosten 50.000 € Bausparsumme 800 €, bei 1,0 % sind es 500 € (Berechnung der Redaktion auf Basis der Gebührenspanne laut Verband der Privaten Bausparkassen). Eine Schritt-für-Schritt-Hilfe findest du unter Bausparsumme richtig wählen, durchrechnen kannst du es mit dem Bausparrechner.

Rechnet sich ein Bauspardarlehen für eine Modernisierung von 30.000 €?

Im folgenden Beispiel spart das Bauspardarlehen gegenüber einem Ratenkredit rund 3.200 € Zinsen, nachdem die Abschlussgebühr schon abgezogen ist. Wie groß der Vorteil bei dir ist, hängt vor allem vom Zinsabstand ab.

Annahmen (Beispiel): Du willst 30.000 € in Bad und Heizung stecken. Du hast einen Bausparvertrag über 30.000 € mit 40 % Mindestsparguthaben, also 12.000 € Guthaben, und brauchst 18.000 € Darlehen. Beispiel-Sollzins des Bauspardarlehens: 2,5 %. Alternative: Du hast die 12.000 € auf dem Tagesgeld gespart und nimmst einen Ratenkredit über 18.000 € zum Beispielzins von 6,5 %. Beide Darlehen laufen 9 Jahre (108 Monate).

Posten Bauspardarlehen Ratenkredit
Darlehensbetrag 18.000 € 18.000 €
Beispielzins (Annahme) 2,5 % 6,5 %
Monatsrate bei 108 Monaten 186,29 € 220,58 €
Zinsen gesamt 2.119,54 € 5.822,78 €
Abschlussgebühr (1,6 % von 30.000 €) 480,00 € –
Kosten gesamt 2.599,54 € 5.822,78 €

Berechnung der Redaktion (Annuitätenformel, monatliche Zahlung, mit Python nachgerechnet); alle Zinsen sind Annahmen, keine Angebote. Stand 10/2026.

Der Unterschied beträgt 3.223,24 €. Nicht eingerechnet ist, dass das Tagesgeld in der Sparphase womöglich mehr Zinsen bringt als das Bausparguthaben. Diesen Unterschied musst du gegenrechnen. Liegt der Ratenkreditzins näher am Bauspar-Sollzins oder hast du das Geld schon, schrumpft der Vorteil. Was du bei Modernisierungen mit Bausparen sonst noch beachten solltest, steht unter Bausparen für Modernisierung.

Häufige Fragen

Lohnt sich ein Bausparvertrag ohne Immobilienpläne?

Meist nicht. Ohne späteres Darlehen bleibt nur das Guthaben mit niedrigen Zinsen, und die Abschlussgebühr ist trotzdem weg. Ausnahme: Du warst bei Vertragsabschluss jünger als 25 und nutzt die Wohnungsbauprämie – dann kannst du frühestens 7 Jahre nach Vertragsabschluss auch ohne wohnwirtschaftliche Verwendung frei über Guthaben und Prämie verfügen (Quelle: § 2 Abs. 3 WoPG, Stand 10/2026).

Ab welchem Zins lohnt sich Bausparen?

Das hängt vom Tarif ab. Entscheidend ist der Abstand zwischen Bauspar-Darlehenszins und Marktzins zum Zeitpunkt der Auszahlung. Im Beispiel oben liegt die Schwelle bei rund 3,2 % Marktzins – bei anderen Tarifen, Sparraten oder Laufzeiten sieht das anders aus.

Lohnt sich Bausparen für Kinder und Jugendliche?

Es kann sich lohnen, wenn Förderung fließt und ein langer Zeitraum vor dir liegt. Plane aber realistisch, ob das Darlehen später gebraucht wird. Details zur Förderung bei Kindern und jungen Sparern findest du in unseren Förderbeiträgen.

Lohnt es sich, einen alten Bausparvertrag weiterzuführen?

Alte Verträge haben oft höhere Guthabenzinsen als neue. Dann kann sich das Weitersparen als Anlage lohnen. Die Bausparkasse kann Verträge aber unter bestimmten Umständen kündigen. Prüfe die Bedingungen, bevor du etwas änderst.

Ist die Abschlussgebühr verloren, wenn ich kündige?

In der Regel ja. Der BGH hat 2010 entschieden, dass eine Abschlussgebühr wirksam ist, auch wenn sie bei Kündigung nicht erstattet wird (XI ZR 3/10).

Muss ich das Bauspardarlehen nach der Zuteilung nehmen?

Nein. Nach der Zuteilung kannst du in der Regel auch nur dein Guthaben auszahlen lassen und auf das Darlehen verzichten. Ob der Tarif dafür einen Bonus vorsieht oder wie mit der Wohnungsbauprämie umgegangen wird, steht in deinen Vertragsbedingungen. Mehr dazu unter Sparphase, Zuteilung, Darlehen.

Darf die Bausparkasse meinen Vertrag kündigen?

Ja, in bestimmten Fällen. Der Bundesgerichtshof hat 2017 entschieden, dass Bausparkassen Verträge kündigen dürfen, die seit mehr als zehn Jahren zuteilungsreif sind und bei denen das Darlehen nicht abgerufen wurde (BGH, Urteil vom 21.02.2017, Az. XI ZR 185/16). Wenn du einen alten Vertrag mit hohem Guthabenzins hast, solltest du deshalb das Datum der ersten Zuteilungsreife kennen. Hintergründe findest du unter Bausparvertrag kündigen.

Was passiert, wenn ich die Sparrate nicht mehr zahlen kann?

Viele Bausparkassen erlauben, die Sparrate zu senken oder den Vertrag zeitweise ruhen zu lassen. Der Vertrag bleibt dann bestehen, die Bewertungszahl steigt aber langsamer, und die Zuteilung verschiebt sich nach hinten. Welche Möglichkeiten du hast, erklären wir unter Ruhen lassen, Beitrag senken.

Wie sicher ist mein Bausparguthaben?

Bausparkassen sind Kreditinstitute und unterliegen der Aufsicht durch die BaFin. Guthaben bei Bausparkassen fallen unter die gesetzliche Einlagensicherung, die bis 100.000 € pro Kunde und Institut schützt (Quelle: Einlagensicherungsgesetz, Stand 10/2026). Wer mehr Guthaben hat, kann es auf mehrere Institute verteilen.

Redaktion ein-bausparvertrag.de — Dieser Beitrag wurde auf Basis öffentlich zugänglicher, überprüfbarer Quellen erstellt und wird bei Änderungen aktualisiert. Mehr zu unserer Arbeitsweise: Redaktion & Auswahlkriterien.

Hinweis: allgemeine Einordnung, ersetzt keine individuelle Beratung.

Quellen

Zuletzt aktualisiert am 11.10.2026

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