Die Bausparsumme ist die wichtigste Stellschraube im gesamten Bausparvertrag – sie bestimmt, wie hoch dein Sparbeitrag ausfällt, wann du zuteilungsreif bist und wie viel Darlehen dir später zur Verfügung steht. Wer sie zu hoch ansetzt, sitzt oft jahrelang mit einer nicht erreichbaren Sparrate fest. Wer zu niedrig plant, muss die fehlende Differenz später teuer nachfinanzieren. Diese Seite zeigt, wie du die passende Höhe findest.
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- Faustregel: Die Bausparsumme sollte etwa 20 bis 30 Prozent deines gesamten Finanzierungsbedarfs abdecken
- Regelsparbeitrag liegt meist zwischen 3 und 8 Promille der Bausparsumme pro Monat, je nach Tarif
- Zu hoch gewählt: unrealistische Sparrate, verzögerte oder ausbleibende Zuteilung
- Zu niedrig gewählt: Finanzierungslücke, die über eine Zwischenfinanzierung oder einen zweiten Kredit geschlossen werden muss
- Eine spätere Anpassung (Erhöhung oder Ermäßigung) ist bei den meisten Bausparkassen möglich, kostet aber in der Regel eine zusätzliche Gebühr
Was legt die Bausparsumme fest?

Die Bausparsumme ist der Gesamtbetrag, den du über die Laufzeit ansparst und als Darlehen in Anspruch nehmen kannst – Sparguthaben plus Bauspardarlehen zusammen. Aus ihr leiten sich mehrere Werte automatisch ab: der monatliche Regelsparbeitrag, die einmalige Abschlussgebühr (meist ca. 1 bis 1,6 Prozent der Bausparsumme) und die Mindestsparsumme, die vor der Zuteilung erreicht sein muss. Je höher du die Bausparsumme wählst, desto höher fallen alle drei aus – nicht nur das spätere Darlehen.

Wie hoch sollte die Bausparsumme sein?
Als grobe Orientierung gilt: Multipliziere deinen voraussichtlichen Finanzierungsbedarf – also das, was du zusätzlich zu Eigenkapital und Grundfinanzierung brauchst – mit einem Faktor von etwa 0,2 bis 0,3. Ein Bausparvertrag ersetzt in aller Regel keine komplette Baufinanzierung, sondern ergänzt sie als zinssicherer Baustein neben einem klassischen Annuitätendarlehen. Wichtiger als die reine Rechnung ist aber deine tatsächliche Leistungsfähigkeit: Der Regelsparbeitrag muss über Jahre hinweg realistisch aus dem laufenden Einkommen finanzierbar sein, sonst gerätst du schon in der Ansparphase ins Straucheln. Mit dem Bausparrechner lässt sich das für verschiedene Bausparsummen konkret durchrechnen.
| Bausparsumme | Regelsparbeitrag ca. (5 ‰/Monat) | Abschlussgebühr ca. (1 %) |
|---|---|---|
| 20.000 € | 100 €/Monat | 200 € |
| 40.000 € | 200 €/Monat | 400 € |
| 60.000 € | 300 €/Monat | 600 € |
| 100.000 € | 500 €/Monat | 1.000 € |
Die genauen Promille-Sätze unterscheiden sich je nach Tarif und Bausparkasse – die Tabelle zeigt daher nur die Größenordnung.
Was passiert bei einer zu hohen Bausparsumme?
Wird die Bausparsumme zu großzügig kalkuliert, wird die Ansparphase zur langen Geduldsprobe: Die vertraglich vereinbarte Sparrate übersteigt oft das, was tatsächlich monatlich beiseitegelegt werden kann. Wird dauerhaft weniger eingezahlt, kann die Bausparkasse eine Nachzahlung fordern oder im schlimmsten Fall den Vertrag kündigen – mit dem Risiko, dass der Anspruch auf das günstige Bauspardarlehen entfällt. Selbst wenn die Sparrate gestemmt wird, verlängert sich meist auch die reine Wartezeit bis zur Zuteilungsreife, weil die geforderte Mindestsparsumme (häufig 40 bis 50 Prozent der Bausparsumme) später erreicht ist.

Was passiert bei einer zu niedrigen Bausparsumme?
Der umgekehrte Fehler wird oft unterschätzt: Reicht die Bausparsumme am Ende nicht aus, um Kaufpreis, Nebenkosten oder Modernisierungskosten zu decken, muss die Differenz über eine zusätzliche Finanzierung geschlossen werden – meist zu den dann aktuellen, nicht mehr vertraglich gesicherten Marktkonditionen. Wer schon während der Ansparphase merkt, dass die Bausparsumme zu knapp bemessen ist, kann bei den meisten Anbietern eine Erhöhung beantragen. Das verlängert allerdings in der Regel die Ansparphase, weil die neue, höhere Mindestsparsumme erst erreicht werden muss, und löst eine zusätzliche, anteilige Abschlussgebühr aus.
Kann ich die Bausparsumme nachträglich ändern?
Sowohl eine Erhöhung als auch eine Ermäßigung der Bausparsumme sind bei den meisten Bausparkassen grundsätzlich möglich, in der Regel formlos oder über ein kurzes Formular zu beantragen. Bei einer Ermäßigung sinkt automatisch auch der Regelsparbeitrag, was hilfreich sein kann, wenn sich die finanzielle Situation verändert hat. Wichtig: Eine nachträgliche Anpassung ist kein Ersatz für eine sorgfältige Erstplanung, da sie fast immer mit zusätzlichen Kosten oder einer längeren Wartezeit verbunden ist. Wer grundsätzlich über eine Kündigung statt Anpassung nachdenkt, findet mehr dazu unter Bausparvertrag kündigen.
Bausparsumme erhöhen: was dabei passiert
Eine Erhöhung ist meist der einfachere Weg, als einen zweiten Vertrag abzuschließen. Rechne aber mit drei Folgen:
- Neue Abschlussgebühr: Viele Tarife berechnen die Gebühr noch einmal, und zwar auf den Erhöhungsbetrag. Wie hoch sie ist, steht im Preisverzeichnis deines Tarifs.
- Höheres Mindestsparguthaben: Weil sich das Mindestsparguthaben als Anteil der Bausparsumme berechnet, musst du nach einer Erhöhung mehr ansparen, bevor der Vertrag zugeteilt werden kann.
- Spätere Zuteilung: Die Bewertungszahl steigt langsamer, weil dein Guthaben im Verhältnis zur größeren Bausparsumme kleiner wird. Der Zeitpunkt, zu dem du das Darlehen nutzen kannst, rückt also nach hinten.
Manche Bausparkassen lassen eine Erhöhung nur zu, solange der Vertrag noch nicht zugeteilt ist. Frag deshalb vor dem Antrag nach, welche Bedingungen für deinen Tarif gelten.
Mindestsparguthaben und Mindesteinzahlung
Zwei Begriffe werden oft verwechselt:
- Mindestsparguthaben: So viel Guthaben musst du angespart haben, bevor die Bausparkasse den Vertrag zuteilen kann. Es ist ein fester Prozentsatz der Bausparsumme und steht in den Allgemeinen Bedingungen für Bausparverträge (ABB) deines Tarifs.
- Regelsparbeitrag: Das ist die monatliche Sparrate, die der Tarif vorsieht, meist als Promillesatz der Bausparsumme. Zahlst du über längere Zeit weniger, verzögert sich die Zuteilung. Einige Tarife sehen dann auch Mahnungen oder eine Kündigung durch die Bausparkasse vor.
Eine gesetzlich festgelegte Mindesteinzahlung gibt es nicht. Welche Beträge für dich gelten, steht in deinem Vertrag. Wenn die Rate gerade zu hoch ist, lies weiter unter Bausparvertrag ruhen lassen oder Beitrag senken.
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Häufige Fragen
Kann ich die Bausparsumme später noch ändern?
Ja, sowohl eine Erhöhung als auch eine Ermäßigung sind bei den meisten Tarifen möglich. Beides wirkt sich auf Regelsparbeitrag, Mindestsparsumme und Wartezeit bis zur Zuteilung aus.
Was passiert, wenn ich die Sparrate dauerhaft nicht aufbringen kann?
Zunächst solltest du eine Ermäßigung der Bausparsumme prüfen, da sich damit auch die Sparrate reduziert. Wird über längere Zeit gar nicht oder deutlich zu wenig eingezahlt, kann die Bausparkasse den Vertrag kündigen.
Ersetzt die Bausparsumme die komplette Baufinanzierung?
In den meisten Fällen nein. Ein Bausparvertrag wird typischerweise als zinsgesicherter Baustein neben einem klassischen Annuitätendarlehen eingesetzt, nicht als alleinige Finanzierung.
Wie wirkt sich die Bausparsumme auf die Abschlussgebühr aus?
Die Abschlussgebühr wird als Prozentsatz der Bausparsumme berechnet, üblich sind etwa 1 bis 1,6 Prozent. Eine höhere Bausparsumme bedeutet also automatisch eine höhere Abschlussgebühr.
Hinweis: Alle Angaben sind allgemeine Richtwerte ohne Gewähr, Stand des im Seitenkopf genannten Aktualisierungsdatums. Kein Angebot und keine individuelle Anlage- oder Finanzberatung.
Quellen
- BaFin – Bausparen – verständlich erklärt
- Gesetz über Bausparkassen – BauSparkG
- Wohnungsbau-Prämiengesetz – WoPG
Zuletzt aktualisiert am 26.09.2026