Bausparvertrag beleihen oder Zwischenfinanzierung: Die Unterschiede

Wer die Bausparsumme braucht, bevor der Vertrag zuteilungsreif ist, hat zwei Wege, die Wartezeit zu überbrücken: die Beleihung des bereits angesparten Guthabens oder eine Zwischenfinanzierung bzw. ein Vorausdarlehen der Bausparkasse. Beide Varianten kosten spürbar mehr Zinsen als das spätere, zinsgünstige Bauspardarlehen – trotzdem können sie im Einzelfall sinnvoll sein. Diese Seite erklärt die Unterschiede.

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Kurz erklärt (Stand September 2026):

  • Beleihung: Das bereits angesparte Bausparguthaben dient als Sicherheit für einen Kredit, der Vertrag läuft parallel weiter
  • Vorausdarlehen: Kommt zum Einsatz, bevor die Mindestsparsumme erreicht ist – die Bausparkasse zahlt vorab die volle Bausparsumme aus
  • Zwischenfinanzierung/Zwischenkredit: Überbrückt die Zeit zwischen erreichter Mindestsparsumme und tatsächlichem Zuteilungstermin
  • Während der Laufzeit werden meist nur Zinsen gezahlt, die Tilgung erfolgt bei Zuteilung durch Bausparguthaben und -darlehen
  • Die Zinsen liegen spürbar über denen des regulären Bauspardarlehens, da kein zinsgünstiger Bauspartarif greift

Kann ich mein Bausparguthaben beleihen?

Illustration zur Beleihung und Zwischenfinanzierung eines Bausparvertrags

Bei einer Beleihung wird das bereits angesparte Guthaben als Sicherheit für einen separaten Kredit eingesetzt, meist bei der eigenen Bausparkasse oder einer Bank. Der Bausparvertrag selbst läuft unverändert weiter, du zahlst also weiterhin deinen Regelsparbeitrag ein und behältst deinen Anspruch auf Zuteilung und Bauspardarlehen. Die Beleihungsgrenze liegt üblicherweise bei einem Großteil des vorhandenen Guthabens, die genauen Konditionen legt die jeweilige Bausparkasse fest.

Grafik zum Beitrag: Bausparvertrag beleihen oder Zwischenfinanzierung: Die Unterschiede
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Was ist ein Vorausdarlehen?

Ein Vorausdarlehen kommt infrage, wenn die Mindestsparsumme – meist 40 bis 50 Prozent der Bausparsumme – noch nicht erreicht ist, das Geld aber schon jetzt gebraucht wird, etwa weil ein Kaufvertrag für die Immobilie ansteht. Die Bausparkasse zahlt in diesem Fall die komplette Bausparsumme im Voraus aus. Während der weiteren Ansparphase zahlst du parallel deinen Regelsparbeitrag in den Bausparvertrag ein und begleichst gleichzeitig die Zinsen für das Vorausdarlehen. Erst wenn der Vertrag zuteilungsreif ist, wird das Vorausdarlehen mit dem angesparten Guthaben und dem dann folgenden Bauspardarlehen abgelöst.

Wie funktioniert die Zwischenfinanzierung bis zur Zuteilung?

Ist die Mindestsparsumme bereits erreicht, fehlt aber noch der eigentliche Zuteilungstermin, spricht man meist von einer Zwischenfinanzierung oder einem Zwischenkredit. Der Unterschied zum Vorausdarlehen ist im Kern die Ausgangslage: Hier ist die Warteschlange bis zur Zuteilung meist kürzer und besser planbar, weshalb Zwischenkredite tendenziell auch etwas günstiger kalkuliert werden als ein Vorausdarlehen über die komplette Restlaufzeit.

Zwei Hände übergeben einen Umschlag über einem Tisch mit Bauplänen
Zwei Hände übergeben einen Umschlag über einem Tisch mit Bauplänen

Was kostet eine Zwischenfinanzierung im Vergleich zum Bauspardarlehen?

Sowohl Beleihung als auch Vorausdarlehen und Zwischenfinanzierung kosten mehr als das spätere, zinsgesicherte Bauspardarlehen – schließlich verzichtest du auf den zinsgünstigen Bauspartarif und nimmst stattdessen einen Kredit zu aktuellen Marktkonditionen auf. Wie groß der Unterschied ausfällt, hängt stark vom allgemeinen Zinsniveau und der gewählten Bausparkasse ab. Ein Blick auf die aktuelle Zinslage lohnt sich deshalb vor jeder Entscheidung.

Wann lohnt sich der Zwischenschritt?

Eine Zwischenfinanzierung oder ein Vorausdarlehen ist vor allem dann sinnvoll, wenn ein konkreter Termin – etwa ein Notartermin oder Baubeginn – feststeht und nicht verschoben werden kann, während der Bausparvertrag selbst noch Vorteile bietet, die erhalten bleiben sollen, etwa staatliche Förderungen oder einen besonders günstigen Bauspartarif. Wer dagegen noch zeitlich flexibel ist, fährt meist günstiger, wenn er die reguläre Zuteilung abwartet oder direkt über einen klassischen Baukredit finanziert.

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Wie läuft eine Zwischenfinanzierung in der Praxis ab?

Ein vereinfachtes Beispiel mit angenommenen Werten zeigt den Ablauf. Du hast einen Bausparvertrag über 60.000 Euro, von denen 22.000 Euro angespart sind. Die Mindestsparsumme liegt bei 40 Prozent, also 24.000 Euro, und die Zuteilung wird voraussichtlich in 14 Monaten erreicht. Jetzt steht aber schon der Kauf an.

  1. Die Bausparkasse gewährt dir ein Zwischenfinanzierungsdarlehen über die volle Bausparsumme von 60.000 Euro.
  2. Während der Zwischenfinanzierung zahlst du nur Zinsen auf dieses Darlehen und sparst den Bausparvertrag parallel weiter an.
  3. Bei Zuteilung wird das Zwischenfinanzierungsdarlehen aus Guthaben und Bauspardarlehen abgelöst.
  4. Ab dann zahlst du die reguläre Rate des Bauspardarlehens mit dem vertraglich festgelegten Zins.

Wie teuer das insgesamt ist, hängt vom Zins der Zwischenfinanzierung und davon ab, wie lange sie läuft. Lass dir deshalb immer den effektiven Jahreszins und den gesamten Zinsbetrag für die voraussichtliche Laufzeit schriftlich geben.

Worauf solltest du bei Angeboten achten?

  • Laufzeit der Zwischenfinanzierung: Je länger sie dauert, desto teurer wird es. Frage nach dem realistischen Zuteilungstermin.
  • Zinsbindung: Ist der Zins für die gesamte Dauer fest, oder kann er sich ändern?
  • Grundschuld: Zwischenfinanzierungen werden meist über eine Grundschuld abgesichert. Kosten für Notar und Grundbuch kommen hinzu.
  • Sondertilgung: Kannst du zwischendurch Geld einzahlen, um die Zinslast zu senken?

Brauchst du das Geld schneller, als dein Vertrag zuteilungsreif ist? Wir klären mit dir, ob sich Zwischenfinanzierung, Vorausdarlehen oder eine andere Lösung für deine Situation eher lohnt.

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Vorausdarlehen und Zwischenfinanzierung?

Ein Vorausdarlehen kommt zum Einsatz, bevor die Mindestsparsumme erreicht ist. Eine Zwischenfinanzierung überbrückt die kürzere Zeitspanne zwischen erreichter Mindestsparsumme und dem tatsächlichen Zuteilungstermin.

Läuft der Bausparvertrag während der Zwischenfinanzierung normal weiter?

Ja, der Regelsparbeitrag wird weiter eingezahlt. Erst bei Zuteilung wird das Zwischen- bzw. Vorausdarlehen mit Guthaben und Bauspardarlehen abgelöst.

Ist eine Beleihung günstiger als eine Zwischenfinanzierung?

Das lässt sich nicht pauschal sagen, da beide Varianten von der Bausparkasse, dem aktuellen Zinsniveau und dem Einzelfall abhängen. Ein Konditionsvergleich vor der Entscheidung lohnt sich in jedem Fall.

Kann ich stattdessen einfach kündigen und normal finanzieren?

Das ist eine Alternative, kostet dich aber in der Regel bereits erworbene Vorteile wie eine günstige Guthabenverzinsung oder Förderungen. Mehr dazu unter Bausparvertrag kündigen.

Brauche ich für eine Zwischenfinanzierung eine Grundschuld?

In den meisten Fällen ja, weil die Summe hoch ist und über die Immobilie abgesichert wird. Bei kleineren Beträgen für Modernisierungen verzichten manche Bausparkassen darauf.

Was passiert, wenn die Zuteilung länger dauert als geplant?

Dann läuft die Zwischenfinanzierung weiter, und du zahlst länger Zinsen. Ein Puffer im Budget ist deshalb sinnvoll.

Redaktion ein-bausparvertrag.de — Dieser Beitrag wurde auf Basis öffentlich zugänglicher, überprüfbarer Quellen erstellt und regelmäßig aktualisiert. Mehr zu unserer Arbeitsweise: Redaktion & Auswahlkriterien.

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Quellen

Zuletzt aktualisiert am 30.09.2026

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