Kündigen oder behalten

Ein alter Bausparvertrag mit günstigem Darlehenszins ist nur dann etwas wert, wenn du das Darlehen auch abrufst. Der Rechner stellt drei Wege nebeneinander: behalten und abrufen, behalten und auf das Darlehen verzichten, oder kündigen und anders anlegen.

Dein Vertrag heute

Deine Alternative

Die Frage ist nicht, ob der Zins gut ist

Alte Bausparverträge haben oft einen Darlehenszins, von dem man heute nur träumen kann – 1,5 oder 2 Prozent, fest zugesagt. Dieser Zins ist aber nur dann Geld wert, wenn du das Darlehen auch abrufst. Tust du es nicht, ist er wertlos, und übrig bleibt ein Sparkonto mit 0,1 Prozent Guthabenzins, während Tagesgeld das Zwanzigfache bringt.

Deshalb rechnet dieser Rechner drei Wege gegeneinander, statt nur zu fragen, ob der Vertrag gut ist.

Die drei Wege

Behalten und das Darlehen nehmen. Du sparst weiter bis zur Zuteilung und rufst dann das Bauspardarlehen ab. Der Rechner beziffert, was der garantierte Zins gegenüber dem heutigen Marktzins tatsächlich wert ist: Er tilgt das Darlehen einmal zum Vertragszins und einmal zum Marktzins durch und zieht die Differenz.

Behalten, aber auf das Darlehen verzichten. Viele Tarife zahlen dafür rückwirkend einen Bonuszins auf das gesamte Guthaben. Aus 0,1 Prozent werden dann schnell 0,85 Prozent. Das ist oft die übersehene Variante – und manchmal die beste, wenn du ohnehin nicht bauen willst.

Kündigen und anders anlegen. Du holst dein Guthaben raus und legst es zum aktuellen Tagesgeld- oder Festgeldzins an. Sechs Monate Kündigungsfrist, dann ist das Geld frei – aber Bonuszins und Wohnungsbauprämie sind futsch.

Woran du die Antwort meist schon vorher erkennst

Du willst in den nächsten Jahren bauen, kaufen oder sanieren? Dann ist der Vertrag Gold wert, gerade wenn dein Darlehenszins deutlich unter dem Marktzins liegt. Behalten und abrufen.

Du willst nicht bauen, und dein Guthaben deckt die Bausparsumme fast schon? Dann bringt das Darlehen nichts mehr, es wäre winzig. Prüf den Bonuszins, und wenn es ihn nicht gibt, ist Kündigen meist die bessere Wahl.

Dein Darlehenszins liegt über dem heutigen Marktzins? Dann ist der vermeintliche Vorteil keiner. Der Rechner zeigt dann null Zinsvorteil, und die Entscheidung hängt nur noch am Guthabenzins.

Was du vor dem Kündigen prüfen solltest

  • Bonuszins. Steht in den Allgemeinen Bausparbedingungen, oft unter Zinsbonus oder Verzichtsbonus. Er wird meist rückwirkend auf die gesamte Sparzeit gezahlt und ist an Bedingungen geknüpft, etwa an eine Mindestsparzeit.
  • Wohnungsbauprämie. Wer sie bezogen hat, muss sie bei nicht wohnwirtschaftlicher Verwendung unter Umständen zurückzahlen. Bei Verträgen ab 2009 ist die Bindung streng.
  • Vermögenswirksame Leistungen. Laufen VL-Zahlungen in den Vertrag, ist die Sperrfrist von sieben Jahren zu beachten.
  • Die Abschlussgebühr ist weg. Sie wurde zu Vertragsbeginn bezahlt und wird bei Kündigung nicht erstattet. Sie gehört trotzdem nicht in die Entscheidung: Versunkene Kosten ändern nichts daran, was ab heute die beste Wahl ist.
  • Teilkündigung. Statt ganz zu kündigen, kannst du die Bausparsumme oft reduzieren. Dann bleibt der Zins erhalten, und ein Teil des Guthabens wird frei.

Der Denkfehler, der am meisten kostet

Viele halten an einem Vertrag fest, weil der Darlehenszins so günstig ist, und rufen das Darlehen dann nie ab. In dieser Konstellation verlieren sie über Jahre die Differenz zwischen 0,1 Prozent Guthabenzins und dem, was Tagesgeld bringt. Bei 20.000 Euro Guthaben und zwei Prozentpunkten Unterschied sind das rund 400 Euro im Jahr, nur für eine Option, die man gar nicht zieht.

Umgekehrt gilt genauso: Wer kündigt, weil der Guthabenzins so mickrig ist, und zwei Jahre später doch baut, zahlt den vollen Marktzins. Deshalb steht im Rechner die Frage nach dem Zeitpunkt. Sie entscheidet mehr als jede Zinszahl.

Unsicher, was in deinen Bedingungen steht? Schick uns deinen Vertrag – ein Berater aus unserem Netzwerk sagt dir, ob es einen Bonuszins gibt und was dein Darlehenszins heute wirklich wert ist.

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